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GODZILLA (1954)

GOJIRA


Regie: Ishiro Honda

Buch: Takeo Murata, Ishiro Honda

Musik: Akira Ifukube

Special Effects: Eiji Tsuburaya

Darsteller: Akira Takarada (Hideto Ogata), Momoko Kochi (Emiko Yamane), Akihiko Hirata (Dr. Daisuke Serizawa), Takashi Shimura (Dr. Kyohei Yamane), Fuyuki Murakami (Prof. Tanabe), Sachio Sakai (Reporter Hagiwara), Toranosuke Ogawa (Präsident der Nankai-Schiffahrtsgesellschaft), Ren Yamamoto (Masaji Sieji), Miki Hayashi (Vorsitzender des Diet-Kommitees), Takeo Oikawa (Chef des Notfall-Hauptquartiers), Seijiro Onda (Mr. Oyama), Tsuruko Mano (Shinkichis Mutter), Toyoaki Suzuki (Shinkichi Sieji), Kokuten Kodo (Alter Fischer), Kin Sugai (Miss Ozawa), Tadashi Okabe (Reporter auf dem Fernsehturm), Ren Imaizumi (Cheffunker), Junpei Natsuki (Maschinist), Saburo Iketani (Reporter), Shizuko Higashi (Partygast), Kiyoshi Kamata (Begleitung des Partygasts), Kenji Sahara (Schiffspassagier), Keiji Sakakida (Bürgermeister Inada), Tamae Sengo (Mutter), Ishiro Honda (Arbeiter), Katsumi Tezuka (Godzilla/Hagiwaras Redakteur), Haruo Nakajima (Godzilla/Arbeiter), Yasuhisa Tsutsumi, Jiro Suzuki, Ryosaku Takasugi

Inhalt:

Nahe der Oto-Insel schippert der Frachter "Eiko-maru" friedlich im Pazifischen Ozean. Plötzlich wird die Mannschaft durch einen enormen Lichtblitz auf der Wasseroberfläche aus ihrem Trott gerissen, der das Schiff in Brand setzt. Die Funker können zwar noch einen SOS-Ruf absenden, aber dann versinkt die Eiko-maru in den Fluten.

Der Seemann Ogata, der für die Nankai-Schiffahrtsgesellschaft arbeitet, wird deshalb unvermittelt zur Arbeit gerufen und muss eine Verabredung mit seiner Freundin Emiko absagen. In der Nankai-Zentrale angekommen, erfährt Ogata, dass ein weiteres Schiff, die "Bingo-maru", zur Hilfeleistung ausgefahren wird. Doch auch die Bingo-maru wird von dieser unheimlichen Macht zerstört.

Drei Überlebende können allerdings von einem Fischerboot, das von der Oto-Insel kommt, gerettet werden. Durch einen Funkspruch erfährt man in der Nankai-Zentrale allerdings kurz darauf, dass auch dieses Boot vernichtet wurde.

Auf der Oto-Insel sichten wenig später der Inselälteste und sein Enkel Shinkichi ein Floß, das auf dem Meer treibt und auf dem sich ein Überlebender befindet - es ist Shinkichis Bruder Masaji. Als die Fischer sich über den nicht vorhandenen Fang beschweren, behauptet der alte Mann, dass das Sagenmonster Godzilla Schuld an all dem Übel sei - nur ein Jungfrauenopfer könne das Ungeheuer besänftigen.

Der Reporter Hagiwara trifft mit einem Helikopter auf dem Eiland ein, um Masaji zu interviewen. In der darauffolgenden Nacht darf Hagiwara sogar einer Zeremonie zu Ehren des Godzilla beiwohnen - der alte Mann macht den Reporter indes mit der Legende vertraut. Später in der Nacht wird die Oto-Insel von einem furchtbaren Sturm heimgesucht. Ein gewaltige Kreatur entsteigt dem Meer und wütet durch das Inseldorf - auch Masajis Haus wird zerstört. Der Fischer und seine Mutter kommen ums Leben, nur Shinkichi kann sich retten.

Einige Tage später erstatten die Überlebenden dieses Unglücks, darunter Hagiwara, in Tokio vor einem Kommitee im japanischen Parlamentsgebäude, dem Diet Building, Bericht. Der angesehene Paläontologe Dr. Kyohei Yamane, Emikos Vater, ist sehr an den Nachrichten über ein vorsintfltliches Ungeheuer interssiert und will eine Expedition auf das Eiland in die Wege leiten, um nachzusehen, was dort los ist.

Bald darauf legt auch schon das Forschungsschiff nach Oto ab. Mit an Bord sind neben Yamane unter anderem auch noch Emiko, Ogata und der Wissenschaftler Dr. Tanabe.

Auf Oto angekommen, betrachtet die Truppe das völlig verwüstete Inseldorf. Man stößt dort auf gigantische Fußabdrücke, und Tanabe findet mit seinem Geigerzähler heraus, dass diese radioaktiv verseucht sind. Yamane findet in einem davon einen Trilobiten, eine Krustentierart, die eigentlich schon vor Jahrmillionen ausgestorben ist. Da wird Alarm geschlagen, und bedrohliches Stampfen kündigt die Ankunft einer gigantischen Kreatur an.

Alle rennen auf einen Hügel um sich in Sicherheit zu bringen, aber dann taucht der Kopf der Riesenkreatur plötzlich dahinter auf! Doch nachdem sie ein paarmal ohrenbetäubend gebrüllt hat, verschwindet sie wieder im Meer.

In Tokio, wieder vor dem Diet-Kommitee, zeigt Yamane den Anwesenden Diabilder von Dinosauriern und erläutert seine Theorie, dass das Monster ebenfalls ein solches Tier ist, das aber die Jahrmillionen im Gegensatz zu seinen Artgenossen in einer unterseeischen Höhle überlebt habe, bis die Atombombentests der Menschen seinen Frieden gestört haben. Dadurch sei der Saurier auch überhaupt erst zu solch riesigen Ausmaßen mutiert. Das erklärt auch die radioaktiven Fußabdrücke. Um die Bevölkerung vor dem Ungeheuer, das fortan Godzilla, genau wie das Sagenmonster von Oto, genannt wird, zu schützen, will die Armee ein Notfall-Hauptquartier in Tokio einrichten.

Daraufhin bekämpft die japanische Flotte den Godzilla, das "Ungeheuer des Jahrhunderts", mit Wasserbomben, allerdings ohne Erfolg. Yamane, Emiko, Ogata und der von Yamane nach dem Tod seiner Mutter adoptierte Shinkichi sehen sich eine Reportage über die Seeschlacht im Fernsehen an. Yamane allerdings will nicht, dass der Godzilla getötet wird, da das Monster ein Studienobjekt allerersten Ranges ist.

Kurz darauf taucht der Godzilla in der Nähe eines Luxusliners auf, aber die Passagier können aufatmen: Das Monster taucht wieder ab. Yamane wird daraufhin vom Militär um Rat gefragt, was er denn für eine Maßnahme er denn für sinnvoll halte, den Godzilla zu schlagen - Yamane allerdings weiß keinen Rat, da ja nicht einmal die Atombomben das Ungeheuer töten konnten. Man solle lieber die Geheimnisse des Lebens dieser Kreatur erforschen.

Hagiwara wird derweil von seinem Redakteur beauftragt, den Erfinder Dr. Serizawa zu interviewen, da dieser möglicherweise eine wirkungsvolle Waffe gegen den Godzilla entwickelt habe. Allerdings kommt er nicht an den Doktor heran, also fragt er Emiko um Hilfe - sie ist nämlich in ihrer Kindheit Serizawa in die Ehe versprochen, hat sich aber in Ogata verliebt.

Mit Emiko gelangt Hagiwara nun zu Serizawa, allerdings verneint letzterer, eine solche Waffe entwickelt zu haben. Erst als Hagiwara gegangen ist, zeigt Serizawa seiner Verlobten seine neuste Erfindung, ringt ihr aber das Versprechen ab, niemals jemandem davon zu erzählen.

Als Emiko wieder zu Hause ankommt, ertönt eine Sirene - und wieder ertönt das unheilvolle Stampfen: Der Godzilla hat die Bucht von Tokio erreicht! Soldaten beschießen ihn erfolglos mit Maschinengewehren, und so geht er an Land und zertrampelt zum Auftakt erstmal einen Zug. Yamane, Emiko, Ogata und Shinkichi können von einem Hühel aus beobachten, wie das Ungeheuer anschließend einen Großteil des Tokioter Hafengebiets verwüstet, bevor es wieder im Meer zurückkehrt.

Da mit einem erneuten Angriff des Godzilla auf Tokio gerechnet werden muss, wird um die Stadt im Eiltempo ein Hochspannungszaun errichtet, der das Monster mit 50.000 Volt töten soll. Der Godzilla taucht auch tatsächlich wieder auf, allerdings durchschreitet er beinahe mühelos den Zaun. Nun offenbart das Ungeheuer seine furchtbarste Waffe: einen radioaktiven Hitzestrahl, mit dem er Häuser wie Menschen gleichermaßen vernichtet. Der Godzilla bringt eine Raffinerie zur Explosion, dann eröffnet eine Panzerdivision das Feuer auf das Monster, wird von diesem aber rasch vernichtet. Auf seiner gnadenlosen Vernichtungstour durch Tokio passiert das Monster auch das Hiroshima-Denkmal und reißt den Glockenturm des Wako-Gebäudes herunter.

Einige todesmutige Fernsehreporter haben sich am Ort des Geschehens eingefunden: "Das ist unglaublich! Kaum zu fassen, aber wahr! Wir befinden uns auf der obersten Plattform des Fernsehturms. Vor uns das brennende Tokio, ein einziges Flammenmeer. Tod und Vernichtung bringt der Godzilla seinem Fuße! Unmittelbar vor uns Tokios Prachtstraße, die Ginza, und die Stadteile Narashino, Funabashi, Kamagawa, Chiba und Chibaura, ein einziger brausender Feuersturm. Jetzt ist Kashiwa bedroht! Was sie auf Ihrem Bildschirm sehen, ist kein Spiel von Menschenhirn erdacht, es ist grausige Tatsache, es ist das Unglück dieses Jahrhunderts! Es ist, als ob wir in eine Welt zurückversetzt werden, wie sie vor zwei Millionen Jahren vielleicht existiert hat."

Der Godzilla reißt nun das Notfall-Hauptquartier der Armee mit seinem Schwanz ein und marschiert anschließend durch das Diet Building hindurch. "Hier meldet sich wieder der Berichterstatter vom Fernsehturm! Noch immer wütet der Godzilla! Er nähert sich unserem Bezirk! Er kommt auf uns zu! Es bleibt uns keine Möglichkeit und keine Zeit zum Fliehen! Er ist unmittelbar vor uns, unsere letzte Stunde hat geschlagen! Wir berichten weiter! Mit seinen Pranken greift er nach uns, sein Rachen gähnt, der Turm wankt unter der Urkraft dieses Giganten! Das ist das Ende! Leben Sie wohl! Alle!" Nachdem der Godzilla die Reporter in den Tod gerissen hat, stampft er aufs Meer zu und zerstört die Wakato-Brücke.

Nun gelingt es einigen beherzten Kampfpiloten, das Monster mittels Raketenbeschuss zurück in den Ozean zu treiben. Doch die Furcht der Menschen bleibt, denn der Godzilla kann jederzeit wieder angreifen. Als Emiko das völlig zerstörte Tokio sieht und durch ein hoffnungslos überfülltes Lazarett geht, kann sie das Elend nicht länger ertragen und erzählt Ogata, was sie damals bei Serizawa gesehen hat: Der Erfinder hat eine Waffe entwickelt, die den Sauerstoff zersetzen und damit jedes Leben unmöglich machen kann - den Oxygen-Zerstörer!

Ogata sucht zusammen mit Emiko den Wissenschaftler auf und fordert von ihm die Herausgabe dieser Waffe, um damit den Godzilla zu töten. Serizawa jedoch weigert sich, den Oxygen-Zerstörer einzusetzen, da er fürchtet, die Waffe könne nach ihrer Bekanntwerdung in die falschen Hände geraten. Als Serizawa aber im Fernsehen Bilder vom verwüsteten Tokio sieht und den Bittgesang japanischer Kinder hört, sieht er ein, dass es notwendig ist, die Waffe dieses eine Mal einzusetzen - um den Godzilla zu töten. Allerdings verbrennt Serizawa alle Aufzeichnungen seiner Erfindung, damit sie niemals missbraucht werden können.

Man fährt nun mit einem Schiff aufs Meer hinaus bis zu der Stelle, wo der Godzilla vermutet wird. Zusammen mit Ogata taucht Serizawa nun in die Tiefe hinab, wo der Godzilla gerade aufwacht. Er kommt auf die beiden zu, aber Ogata kehrt aufs Schiff zurück, während Serizawa den Oxygen-Zerstörer aktiviert. Anschließend sagt Serizawa Emiko und Ogata über Funk, sie sollen zusammen glücklich werden, und durchschneidet den Sauerstoffschlauch seines Taucheranzugs, um sicher zu gehen, dass seine Erfindung bewahrt bleibt.

Der Godzilla taucht noch einmal aus den Fluten auf und brüllt, versinkt dann aber wieder in der Tiefe und wird vom Oxygen-Zerstörer zunächst bis auf seine Knochen und dann bis auf seine Atome aufgelöst - die Gefahr scheint gebannt. Yamane hält jedoch an Bord des Schiffes noch einen warnenden Monolog: "Mit der Vernichtung des Godzilla ist die Gefahr für uns alle nicht aus der Welt geschafft. Wenn wir in maßloser Vermessenheit fortfahren, die Atomkraft zu missbrauchen, kann es sein, dass Schlimmeres geweckt wird, kann es sein, dass größeres Unheil über uns hereinbricht als dieser Godzilla." Während das Schiff von dannen fährt, erweist die Besatzung Serizawa noch die letzte Ehre.

Kommentar:

Am 7. Dezember 1941 nahm der Zweite Weltkrieg eine bedeutende Wendung, als die japanische Flotte ohne vorherige Kriegserklärung einen vernichtenden Luftangriff auf die auf Oahu, Hawaii, In Pearl Harbor vor Anker liegende amerikanische Pazifikflotte unternahm. Diese Attacke bewirkte den sofortigen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten.

1945, also gegen Ende des Krieges, unternahm der damals neu gewählte US-Präsident Harry S. Truman einen erbarmungslosen Schritt, um die Kapitulation Japans zu beschleunigen: Auf seinen Befehl hin warf der amerikanische B-29-Bomber am 6. August dieses Jahres die erste von zwei Atombomben, die "Little Boy" getauft wurde, auf die japanische Stadt Hiroshima ab. Nur drei Tage später folgte der Abwurf der zweiten, die "Fat Man" getauft wurde, auf Nagasaki. Die beiden Atomexplosionen rissen sofort etwa 155.000 Menschen in den Tod, aber mehr als 200.000 weitere Menschen starben nach einigen Wochen bis Jahren an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung. Damit brannte sich die die Furcht vor der Atombombe für immer in die Herzen der Japaner ein.

Fast zehn Jahre später, am 28. Februar 1954, führten die Amerikaner einen Atombombentest im Bikini-Atoll, das zu den Marshall-Insel im Pazifischen Ozean gehört, durch. Da nur an amerikanische Schiffe vorher eine Warnmeldung herausgekommen ist, geriet das japanische Fischerboot "Daigo Fukuryu-maru" (Glücklicher Drache Nr. 5) in die radioaktive Wolke - ein Besatzungsmitglied starb an den Folgen. So hatten die Japaner eine neue Bestärkung ihres Atombomben-Traumas erhalten.

All dies floss in die Geschichte um den wohl berühmtesten Filmsaurier aller Zeiten mit ein - Godzilla! Doch bevor Godzilla in seinem ersten Film Tokio in Schutt und Asche legen durfte, bekam er Starthilfe aus den Vereinigten Staaten: Dort kam nämlich am 6. November 1953 ein B-Monstermovie namens Panik in New York (The Beast from 20.000 Fathoms, Regie: Nathan Juran), angeblich frei nach einer Kurzgeschichte von Ray Bradbury, in die Kinos. Die Handlung: Ein im arktischen Eis eingeschlossener, vierbeiniger "Rhedosaurus" wird durch einen Atombombentest geweckt und schwimmt auf New York zu. Unterwegs versenkt er diverse Schiffe und zerstört wie in Bradburys Geschichte einen Leuchtturm, bevor er in der Millionenstadt wütet. Nachdem er sich im Gestänge einer Achterbahn auf Coney Island verfangen hat, wird er von dem späteren Westernstar Lee van Cleef mit einem radioaktiven Geschoss zur Strecke gebracht. Panik in New York spielte bei nur 200.000 US-$ Produktionskosten 5 Millionen ein. Dieser durchschlagende Erfold war vor allem den hervorragenden Tricks von Ray Harryhausen zu verdanken, dessen Steckenpferd die Stop-Motion-Animation war. Bei dieser Technik wird eine kleine Figur für jedes Bild bei 25 Bildern in der Sekunde millimeterweise weiterbewegt, so dass der Eindruck der Bewegung entsteht.

Dieser Erfolg machte auch Tomoyuki Tanaka (1910-1997), den Produzenten der japanischen Toho-Filmstudios, hellhörig. Er ließ eine kostspielige Koproduktion mit Indonesien namens Eiko Kage-ni einstellen, um seinen eigenen Riesenmonster-Film zu machen, der auch gleich das Thema des Atombomben-Traumas beinhalten sollte. Anfangs plante Tanaka, in seinem Film einen riesigen Oktopus auf die Menschheit loszulassen, aber als die Amerikaner ihm diese Idee mit einem weiteren Ray-Harryhausen-Film namens Das Grauen aus der Tiefe (It came from beneath the Sea, 1954, Regie: Robert Gordon), entschied er sich doch für das Dinosaurier-Konzept.

Der erste Arbeitstitel lautete Das Biest aus 20.000 Meilen unter dem Meer (Dai Kaiju no Katei Nimau Maru), und der berühmte japanische Science-Fiction-Autor Shigeru Koyama wurde mit einem ersten Storyentwurf beauftragt. Anfangs hatte das Monster aber noch gar keinen Namen, Tanaka entschied sich später für "Gojira". Das ist eine Mischung aus den japanischen Wörtern "Gorira" (Gorilla) und "Kujira" (Wal). So wurde angeblich auch ein kräftiger Mitarbeiter der Toho-Studios genannt. Den Namen "Godzilla" erhielt das Ungeheuer erst im Westen.

Anders als der Rhedosaurus in Panik in New York läuft Godzilla aber auf zwei Beinen, hat gewaltige Stacheln auf dem Rücken und kann einen radioaktiven Strahl speien - obwohl Big G wie eine große Mischung aus Tyrannosaurus und Stegosaurus aussieht, hat er auch Merkmale eines Drachens.

Die Leitung der Special Effects übernahm Eiji Tsuburaya (1901-1970), ein alter Hase auf dem Gebiet, der schon etwas länger für Toho arbeitete und bis zu seinem Tod die Tricks für die Godzilla-Filme beisteuerte. Anders als es im Westen üblich war, entschied sich Tsuburaya dazu, Godzilla nicht durch die zeitraubende Stop-Motion-Technik, wie sie im Westen üblich war, ins Leben zu rufen, sondern durch einen Mann im Gummikostüm, der durch eine Modelllandschaft stampfen musste - diese Tradition behielt man auch im Zeitalter modernster Computertechnologie noch bei bis zum bis heute letzten Godzilla-Film Godzilla - Final Wars (2004). Die Methode, Monster durch Akteure in Gummikostümen darzustellen, wurde zum Markenzeichen eines ganzen Genres, des "Kaiju Eiga", was man zwar auf deutsch schlicht mit "Monsterfilm" übersetzen kann, sich aber stark von westlichen Monstermovies unterscheidet.

Im ersten Godzilla-Film wurde das Monster von Haruo Nakajima (geb. 1929) dargestellt. Wer glaubt, dass sei eine leichte Aufgabe, der irrt sich gewaltig: Das Kostüm wog mehr als einen Zentner und darunter entwickelte sich dank der Studio-Scheinwerfer auch noch eine Bullenhitze. In Godzilla wurde Nakajima zwar noch von Katsumi Tezuka unterstützt, die meiste Zeit schwitze aber ersterer im Kostüm. Trotz der Strapazen spielte Nakajima das Monster noch bis Frankensteins Höllenbrut (1971).

Übrigens wurde beinahe für jeden Film ein neues Godzilla-Kostüm angefertigt - das erste, das von den Fans "Shodai-Godzilla" getauft wurde, zeichnet sich durch die kreisrunden Augen und den hervorstehenden Kiefer aus.

Nakajima musste sich nun also ins Godzilla-Kostüm zwängen und eine Miniaturkulisse von Tokio zerstören, die liebevoll maßstabsgetreu nachgebaut wurde. Obwohl diese Tricktechnik oft als simpel verlacht wurde, wird doch deutlich, dass die Macher einiges an Mühe für ihren Film an den Tag legten: Die Produktionskosten beliefen sich auf damals umgerechnet 900.000 US-$, was, selbst in westlichen Maßstäben gemessen, sehr viel war und das Budget jeder anderen bisherigen japanischen Produktion in den Schatten stellte.

Die Regie übernahm Ishiro (alias Inoshiro) Honda (1911-1993), ein guter Freund des weltberühmten Regisseur Akira Kurosawa, den er in einigen seiner Filme assistierte, z. B. später in Kagemusha (1980) und Akira Kurosawas Träume (Yume, 1990). Honda hatte 1954, also in dem Jahr, in dem Godzilla entstand, schon einen anderen Film namens Saraba Rabauru zusammen mit Tanaka und Tsuburaya gemacht. Honda drehte noch sieben andere Godzilla-Filme, darunter die Beinahe-Abschiedsvorstellung des Monsters, Konga, Godzilla, King Kong - Die Brut des Teufels (1975).

Für die einprägsame Musik zeichnet Akira Ifukube (1914-2006) verantwortlich, der nicht nur den majestätischen Godzilla-Marsch komponierte, sondern auch für den markanten Schrei des Monsters verantwortlich war: Es handelt sich dabei um die elektronisch verzerrten Klänge eines Kontrabasses. Ifukube komponierte bis Godzilla vs. Destroyah (1995) noch weitere Stücke für die Godzilla-Filme.

Anders als in den meisten der 27 Godzilla-Filme, die noch folgen sollten, spielen hier die Menschen eine nicht wegzudenkende, wichtige Rolle. Die Charaktere sind durchweg glaubhaft und sympathisch: Dr. Yamane ist kein gewöhnlicher Wissenschaftler, wie man ihn in jedem anderen Monsterfilm antrifft, er hält es anfangs gar nicht für sinnvoll, Godzilla zu töten, sondern will ihn lieber studieren. Um Yamanes Tochter Emiko entspinnt sich eine Dreiecksbeziehung, die zwar so ähnlich, aber in wesentlich abgeschwächter Form auch im nächsten Film Godzilla kehrt zurück (1955) zu sehen ist. Ogata ist ein sehr netter Mann, und Dr. Serizawa ist kein üblicher "Mad Scientist", wie man ihn in einem Mainstream-Monstermovie sieht, sondern ein vernünftiger, allerdings verbitterter Pazifist, der im Krieg ein Auge verloren hat und seitdem eine Augenklappe trage muss.

Für die Rolle des Dr. Yamane konnte sich Produzent Tanaka einen echten Star verpflichten: Takashi Shimura (1905-1982), der schon in mehreren Akira-Kurosawa-Filmen wie Rashomon (1950) und Die sieben Samurai (Shichinin no Samurai, 1954) geglänzt hatte. Shimura trat sogar noch in zwei weiteren Godzilla-Filmen auf, nämlich in Godzilla kehrt zurück (1955) und San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen (1964).

Die übrigen Hauptrollen wurden mit Jungstars besetzt: Für Akira Takarada (geb. 1934), der den Ogata spielt, war es der allererste Filmauftritt überhaupt. Dafür war er später noch in mehreren weiteren Godzilla-Filmen zu sehen: Er spielte mit in Godzilla und die Urweltraupen (1964), Befehl aus dem Dunkel (1965), Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer (1966) und hatte sogar noch Gastauftritte in Godzilla - Kampf der Sauriermutanten (1992) und Godzilla - Final Wars (2004).

Dr. Serizawa wurde von Akihiko Hirata (1927-1984) verkörpert, der bei seinen anderen Godzilla-Filmauftritten ebenfalls meist Wissenschaftler spielt: Er trat auf in Die Rückkehr des King Kong (1962), San Daikaiju Chikyu Saidai no Kessen (1964), Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer (1966), Frankensteins Monter jagen Godzillas Sohn (1967), King Kong gegen Godzilla (1974) und schließlich in Konga, Godzilla, King Kong - Die Brut des Teufels (1975), wo er den Wissenschaftler Dr. Mafune verkörpert, der glatt als Parodie auf seinen eigene Rolle des Dr. Serizawa gesehen werden könnte.

Die hübsche Emiko wurde gespielt von Momoko Kochi (1932-1998), die vorher nur in ein paar weniger bedeutenden Filmen zu sehen war. Sie wiederholte ihre Rolle der Emiko in Godzilla vs. Destroyah (1995).

Da Godzilla in Japan ein durchschlagender Erfolg war, wurde er sogar in die USA exportiert. Dort wurde er aber um einige Szenen, die allzu stark auf das Atombomben-Trauma der Japaner, für das die Amerikaner ja bekanntlich verantwortlich waren, anspielten, erleichtert. Außerdem dachten die amerikanischen Vertreiber, ein ausschließlich von Japanern bevölkerter Film könne in den USA keine hohen Einspielergebnisse erzielen, also drehte der US-Regisseur Terrell O. Morse einige neue Szenen mit dem amerikanischen Star Raymond "Perry Mason" Burr nach und flickte sie in den Film mit ein. Diese neuen Szenen passen zwar nicht wirklich gut zum Rest des Films, sind aber einigermaßen passabel - im Gegensatz zu den zusätzlichen US-Szenen, die für Die Rückkehr des King Kong (1962) und Godzilla - Die Rückkehr des Monsters (1984) gedreht wurden.

Nach Deutschland kam zum Glück die japanische Originalversion, wenn auch ebenfalls leicht gekürzt. Die vollständige Fassung erschien erst 2004 bei "Splendid Film" im Zuge von Godzillas 50. Geburtstag hierzulande auf DVD.

Insgesamt ist Ishiro Hondas Film wahrlich nicht nur ein Juwel in der Galerie der Monsterfilme, sondern auch in der gesamten Filmwelt. Im Gegensatz zu all den Folgefilmen ist Hondas Erstling eine stockdüstere, todernste Angelegenheit - so direkt wie hier wurde noch in keinem anderen Film auf die Gefahren der Atombombe angespielt. Die beklemmende Atmosphäre wird noch verstärkt durch die bedrohliche Musik und die Tatsache, dass der Film in Schwarzweiß gedreht wurde. Der Streifen zählt zweifellos zu den besten Filmen der Showa-Reihe, die die von 1954 bis 1975 entstandenen Godzilla-Movies umfasst.

 




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